• Karin

# 8 Me-Time



Was ist das?

Me-Time - das ist ein Begriff, den ich oft gebrauche und inzwischen auch häufig bei anderen höre. Me-Time ist die Zeit, die nur mir gehört. In der ich nichts muss. Absolut nichts. Nicht auf Fragen antworten, nicht auf E-Mails oder Whatsapp-Nachrichten reagieren, nicht für die Kollegen zur Verfügung stehen - in der ich schlicht auf keine Reize im Aussen reagiere. Diese Zeit schenke ich mir. Im besten Fall täglich. Und während des Tages immer wieder mal zwischendurch.


Mehrwert der Me-Time für mich und meine Umwelt

Meine Me-Time ist für mich wie das Benzin, ohne das der Motor nicht läuft. Wenn ich nicht regelmässig Momente des Cut-offs für mich habe, dann wird es mir irgendwann plötzlich und aufs Mal zu viel. Dann schmeisse ich alles hin und habe keine Lust mehr - zu gar nix. Meine Me-Time erlaubt es mir, mich wieder zu zentrieren, meine Bedürfnisse und Wünsche wahrzunehmen und anschliessend in sozial-adäquater Form zu kommunizieren. Auf Dauer ohne Me-Time…. das willst du gar nicht erleben. Und wenn du es schon erlebt hast, weil du mit mir verwandt oder schon sehr lange und eng befreundet bist, dann tut es mir leid. Meine Me-Time erlaubt es mir, näher an der besten Version meiner Selbst zu sein. Ich bin dann gut gelaunt, voller Ideen und Tatendrang. Ich bin präsent, hilfsbereit und habe ein offenes Ohr für meine Mitmenschen. Meine Me-Time ist quasi aktiver Umweltschutz. 


Wie ich meine Me-Time gestalte 

Me-Time muss nicht immer lang sein. Es geht dabei nicht um Quantität, sondern um Qualität.  Wobei eine gewisse Grunddauer hilfreich ist. Und bestimmte Formen der Me-Time habe ich fix in meinen Alltag integriert, wie z.B. das Meditieren direkt nach dem Aufstehen. Egal, ob ich anschliessend ins Büro gehe, frei habe, einen frühen Zug zu einem Termin erwischen muss, wir im Urlaub sind - die Zeit direkt nach dem Aufstehen gehört mir. Und wenn ich dafür den Wecker extra nochmal 20 Minuten früher stellen muss, dann ist mir das jede Minute wert.

Mein zweiter Me-Time-Fixpunkt ist die Yogapraxis am Abend. Auch hier spielt es keine Rolle, wann ich nach Hause komme und wie ich mich fühle - ich gehe trotzdem an der überwiegenden Mehrheit der Tage noch auf die Matte. Und wenn es nur 5 Minuten „Yoga for when you are sick“ sind (Geheimtipp: der YouTube-Kanal „Yoga with Adriene“ von Adriene Mishler). Mir ist wichtig, dass ich mein Commitment gegenüber mir selbst einhalte. Und ich weiss, dass es mir gut tut, den Schritt auf die Matte zu machen „no matter what“. Denn, wie man in Bayern so schön sagt: a bissl was geht immer.


Entschlossenheit hilft 

Meditieren und Yoga sind bei mir heute fest verankerte Bestandteile des täglichen Alltags. Das kam nicht von alleine. Das hat Willenskraft erfordert. Erst einmal gegenüber mir selbst. Und dann auch die Entschlossenheit, den Plan gegenüber der Umwelt durchzusetzen. Mein Mann weiss inzwischen, wie mein Tag auch in den Ferien startet. Und er weiss, dass die Reiseyogamatte in jedem Urlaub dabei ist. Er weiss, dass eine gewisse Flexibilität möglich ist und wo diese ihre Grenzen hat. Dass er meine Me-Time respektiert, dafür bin ich ihm sehr dankbar. Und ich gönne ihm seine Me-Time (die ganz anders aussieht). 


Me-Time im Familienalltag

Für die Frage, wie man Me-Time im Familienalltag integriert, bin ich nicht die Expertin. Das heisst aber nicht, dass ich nicht erkennen kann, wenn Männer und Frauen ihre familiären Aufgaben als Vorwand gebrauchen. Oft höre ich von Müttern aus meinem Freundeskreis, dass sie für Sport, Meditation und andere Formen der Me-Time keine Zeit haben. Und wieder einmal: Zeit hat man aber nicht, Zeit muss man sich nehmen. Und die Familie vorzuschieben erscheint mir als fragwürdige Strategie. Ehrlicher wäre wohl zu sagen, dass man sich selbst gerade nicht zur Priorität macht. Oder dass es bequemer ist, die Me-Time nicht gegenüber dem/der Partner*in oder den Kindern einzufordern.

Gerade als erziehende Person ist man aber gefordert, den Kindern das Rüstzeug fürs Leben mitzugeben. Und dazu gehört aus meiner Sicht auch, ihnen Methoden an die Hand zu geben, um in der heutigen Zeit zu bestehen. Die nachfolgende Generation steht mehr noch als wir vor der Aufgabe, in einer immer dynamischer werdenden Aussenwelt mit zunehmenden Reizen zurechtzukommen. Sie müssen lernen, damit so umzugehen, dass sie körperlich, geistig und seelisch gesund bleiben. Wenn wir uns schon davor drücken, unter den jetzigen Bedingungen nach Möglichkeiten zu suchen, Körper, Geist und Seele in Balance zu halten, wie wollen wir dann die nachfolgende Generation stärken und fitmachen für noch forderndere Zeiten?


PS an die Mütter:

Falls ihr euch zu diesem Thema weiteren Input von einer Expertin wünscht, dann empfehle ich euch die wunderbare Vanessa Benz und ihre„Petticoat Revolution“, ein Angebot speziell für Mütter unter www.petticoat-revolution.com. In ihrem Blog zum Thema „Prioritäten richtig setzen“ erklärt Vanessa, wie man als Mutter die wichtigen Dinge im Leben ernst nimmt und im Blog „Zeitfenster freischaufeln“ erfahrt ihr, wie man als Mutter im Alltag Platz macht für sich, seinen grossen Traum oder eben auch die Me-Time. Für alle Mütter, die am Morgen gerne gelassener und glücklicher in den Tag starten, empfehle ich zusätzlich das Video zur Petticoat-Morgenroutine.


Ideen für Me-Times

Natürlich muss nicht jede*r Yoga machen oder meditieren. Du weisst selbst am besten, was das ist, was dich wieder Mensch werden lässt. Und dabei wünsch ich dir ganz viel Vergnügen.


Alles Liebe von

Karin



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