• Karin

# 3 Die Bullet Journal Methode


Seit Anfang des Jahres habe ich auf ein neues Agenda-System umgestellt. Auslöser hierfür war ein Interview mit Ryder Caroll, dem Autor des Buchs „Die Bullet Journal Methode“. Dieser Artikel beruht auf meiner Erfahrung damit und wurde nicht gesponsert.


Wie ist die Methode entstanden?

Der schon früh mit ADS diagnostizierte Ryder Caroll suchte bereits in seiner Grundschulzeit nach einem funktionierenden System, wie er trotz seiner schlechten Konzentrationsfähigkeit den Überblick über sein Leben behalten konnte. Im Grunde erlebte er schon vor Jahrzehnten, was wir heutzutage auch erfahren: Reizüberflutung. Das Ergebnis der jahrelangen Verfeinerung seines Systems ist die Bullet Journal Methode.


Was kann ich damit machen?

Das Bullet Journal ist nach Aussage des Autors ein „Zwischending aus Terminplaner, Tagebuch, Notizbuch, To-do-Liste und Skizzenbuch“ (S. 15). Es bietet die Möglichkeit, alle Termine, Einfälle, To-Dos und Ta-Daas, Listen, kreative Einfälle, Ziele, Ideen, Brainstormings, Visionen usw. an einem Ort zu bündeln. Man kann hierfür jedes beliebige Notizbuch verwenden. Die Methode besteht aus einem rudimentären System aus Index, Future Log, Monthly Log und Daily Log. Die Bedeutung dieser Elemente wird im Buch ausführlich erklärt oder man lässt es sich auf der Website https://bulletjournal.com in Wort und Bild auf Englisch vorführen.

Aufbauend auf diesem Basissystem ist man völlig flexibel und kann sich mit individuellen Collections jeder Art, ggf. auch in Kombination mit Tools aus dem Projektmanagement, ganz nach den eigenen Bedürfnissen organisieren. Privat und beruflich oder beides in einem. Wir leben schliesslich nur einmal. Offline. Analog. Handschriftlich.


Echt jetzt handschriftlich???

Falls du dich jetzt fragst, warum du heutzutage noch eine handschriftliche Agenda führen sollst, dann verweise ich direkt an den Autor. Gemäss Ryder Caroll regt die Bewegung des Schreibens von Hand unseren Geist viel effektiver an als das Tippen. Da wir beim Von-Hand-Schreiben sparsamer sind, werden wir gezwungen, strategischer mit unseren Gedanken und Notizen umzugehen. Wir formulieren genauer und aktivieren dadurch andere neuronale Verknüpfungen in unserem Gehirn, was sich wiederum positiv auf unsere Kreativität und Assoziationsfähigkeit auswirkt. „Während wir unsere Buchstaben formen, beginnen wir automatisch, das Signal aus dem Rauschen herauszufiltern. Bei wahrer Effizienz geht es nicht um Geschwindigkeit, sondern darum, mehr Zeit mit dem Wesentlichen zu verbringen.“ (S. 66).

Wenn dich das noch nicht ganz überzeugt, dann wäre mein Tipp, die Agenda mit einem digitalen Notizbuch von Moleskine zu führen. Damit hast du deine Aufzeichnungen bequem auf deinen digitalen Geräten dabei. Und nein, dieser Hinweise wurde nicht von Moleskine gesponsert. Und vielleicht gibt es solche Systeme von anderen, aber damit kenne ich mich nicht aus, weil ich ich mich für die handschriftliche Version entschieden habe. Und ich finde es grossartig.


Worin liegt der Mehrwert?

Der wahre Wert des Bullet Journals liegt darin, den Blick in unserer hektischen, reizüberfluteten Zeit wieder für das Wesentliche zu schärfen. Wann immer wir mit dem Bullet Journal reflektieren, wie wir unsere Zeit verbringen, wie aus Gedankenschnipseln Visionen und aus Visionen To-Dos werden, warum wir ein To-Do in Angriff nehmen, dann bekommen wir auch wieder ein Gefühl dafür, wer wir sind und was uns wichtig ist.


Letztlich besteht unser Leben aus all den kleinen Dingen, die wir jeden Tag tun. Das Bullet Journal zeigt uns, wo wir unsere Zeit und unsere Energie hineingesteckt haben und stellt uns die Frage, ob das die Art und Weise ist, wie wir unser Leben verbringen wollen. Das Bullet Journal verbessert die Wahrnehmung und erleichtert es, Unwichtiges zu erkennen und wegzumeisseln. Um mit Ryder Caroll selbst zu schliessen: „Ihr Bullet Journal wird so, wie Sie es brauchen. Teil der Übung besteht genau darin - herauszufinden, was genau Sie brauchen. Und das wird sich im Lauf der Zeit ändern.“ (S. 267).


Viel Vergnügen und Alles Liebe von

Karin



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© 2020 Dr. Karin Amberg