• Karin

# 20 Mindfuck Love


Heute möchte ich dir ein Buch aus der Rubrik „Ratgeberliteratur“ vorstellen. Genauer gesagt einen Ratgeber für die Liebesbeziehung. Egal ob man sie gerade herbeisehnt, führt oder am liebsten hinter sich lassen würde, das Buch „Mindfuck Love“ von Petra Bock ist für jedes Stadium eine gute Empfehlung [unbezahlte und unaufgeforderte Werbung/Buchrezension].


Worum geht’s?

Petra Bock lässt uns in „Mindfuck Love“ daran teilhaben, wie sie den von ihr entwickelten Mindfuck-Ansatz auf typische Beziehungsthemen, wie z.B. Partnersuche, Konflikte, Seitensprünge, Beziehungskrisen usw., anwendet. Gemäss Petra Bock handelt es sich bei Mindfucks um Denkgewohnheiten, Verhaltensmuster und Überzeugungswelten, mit denen wir uns nicht nur, aber eben auch in der Liebe, selbst sabotieren, wenn wir diesen unreflektiert Platz einräumen. Die promovierte Historikerin teilt dabei nicht nur ihre Erkenntnisse aus der historischen Sozialforschung, sondern auch ihre Beobachtungen aus der eigenen langjährigen Coaching-Praxis. Am Beispiel von realen Coachingthemen erläutert sie den Wirkmechanismus einzelner Mindfucks und welche Handlungsmöglichkeiten sich im konkreten Fall für die Beteiligten ohne Mindfuck ergeben haben.


7 Arten von Mindfucks

Gemäss Petra Bock gibt es sieben Arten von Mindfucks (vgl. S. 41): den Katastrophen-Mindfuck (sich selbst mit worst-case-Szenarien verrückt machen), den Selbstverleugnungs-Mindfuck (die Interessen anderer über die eigenen stellen), den Bewertungs-Mindfuck (sich und andere ständig bewerten und kritisieren), den Druckmacher-Mindfuck (sich und andere unter Druck setzen), den Regel-Mindfuck (sich an strenge, willkürliche oder überholte Regeln halten), den Misstrauens-Mindfuck (sich selbst und anderen ständig misstrauen) und den Übermotivations-Mindfuck (sich extrem euphorisieren und motivieren). Bei jedem*r von uns ist wohl einer oder mehrere dieser Mindfucks vorhanden. Die jeweilige Ausprägung und Kombination ist jedoch individuell verschieden. Dabei betont die Autorin, dass hinter jedem dieser Mindfucks auch eine grosse Stärke steckt, die uns zur Verfügung steht, sobald wir aufhören, uns selbst zu sabotieren.


Ursachen für Mindfuck

Petra Bock führt das Aktivieren des Mindfuck-Modus in Liebesdingen auf drei Ursachen zurück. Erstens den Rückfall in Denkmuster unserer Kindheit, in der wir die erste Liebesbeziehung „erlernt“ haben, nämlich die zwischen Kind und Eltern. Zweitens die Übernahme von Verhaltensmustern aus den Beziehungsmodellen unserer Eltern. Und drittens die Übernahme von gesellschaftlichen Wertvorstellungen, welche noch geprägt sind von der Lebenswirklichkeit unserer Vorfahren. Diese zeichnete sich dadurch aus, dass Beziehungen mehrheitlich noch „streng gesellschaftlich sanktionierte Überlebensgemeinschaften“ (S. 44) und keine Liebesbeziehungen auf Augenhöhe zwischen unabhängigen Personen waren. Unter den heutigen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, welche individuelle Freiheit, Unabhängigkeit und das Streben nach Selbstverwirklichung ermöglichen, helfen uns die tradierten Wertvorstellungen einer bis in die Nachkriegszeit hinein autoritär-hierarchisch geprägten Gesellschaft jedoch kaum mehr weiter.


Warum soll ich das lesen?

Hier lasse ich gerne die Autorin selbst zu Wort kommen: „Sie [Mindfucks, Anm. d. Verf.] führen in unserem ganzen Leben und ganz besonders in unseren Liebesangelegenheiten zu Illusionen, Missverständnissen, dummen Fehlern, Streit und Dramen. Wir bleiben mit uns selbst und mit dem Menschen, den wir lieben, weit unter unseren Möglichkeiten. […] Wir können diese Muster erkennen, verstehen und uns von ihnen verabschieden. Vielleicht sind wir in unserer Zeit sogar die erste Generation, die die Liebe in ihrem vollen Potenzial erleben kann.“ (S. 15). Um also unser volles Potenzial auch in der Partnerschaft leben zu können, sind wir aufgefordert, unsere Denkgewohnheiten und darin begründete Verhaltensmuster zu erkennen, zu hinterfragen und uns darüber klar zu werden, wer wir ohne diese Mindfucks wirklich sind.


Viel Vergnügen bei der Lektüre & Alles Liebe von

Karin


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© 2020 Dr. Karin Amberg