• Karin

# 11 Meditieren für Einsteiger mit Headspace


Heute möchte ich dir gerne über meine Erfahrungen mit der Headspace-App berichten. Headspace ist eine App, die für mich der Einstieg ins Meditieren war. Ich werde für diesen Artikel nicht bezahlt und erhalte auch keine sonstigen Vorteile. Dennoch ich möchte dir nicht vorenthalten, dass es da draussen ein tolles Tool gibt, falls du womöglich schon länger über das Meditieren nachdenkst oder schlicht neugierig bist, etwas Neues auszuprobieren.

Warum meditieren?

Wie man den sozialen und konventionellen Medien entnehmen kann, scheint Meditieren für und gegen alles zu helfen: Konzentration, Abschalten, Leistungssteigerung, Regeneration, Fokussierung, usw. Ob es so ein Wundermittel ist, sei jeder und jedem selbst überlassen.

Ich meditiere, weil es mir einfach eine Freude ist, jeden morgen zuerst meine innere Welt zu erkunden, ein paar lausige Gedanken vom Vortag auszumisten, mich für den vor mir liegenden Tag zu kalibrieren und auf meine Ziele auszurichten. Für mich ist es eine Art morgendliches Hochfahren meiner inneren Festplatte und gehört zu meiner Morgenroutine dazu wie Zähneputzen und Frühstücken. Und inzwischen kann ich in der Meditation wieder an einen inneren Anteil von mir anknüpfen, der im täglichen Trubel der Aussenwelt keine Chance hat, Gehör zu finden. Bei dem es sich für mich aber lohnt, genau hinzuhören.


Wie funktioniert Headspace?

Headspace ist eine übersichtliche und leicht verständliche App. Es gibt neben dem Grundlagenkurs für Einsteiger verschiedene Themen-Programme mit aufeinander aufbauenden Lektionen. Dazu gibt es Erklärvideos, die helfen zu verstehen, was man hier eigentlich macht. Man kann einstellen, wie lange eine Meditation dauern soll (z.B. 5, 10 oder 15 Minuten). Ich konnte sie damals 30 Tage kostenfrei nutzen und hatte danach ein Jahresabo. Headspace wurde von einem Briten, Andy Puddicombe, entwickelt. In der englischen Fassung spricht der die Meditationen mit seiner tollen Stimme selbst. Inzwischen gibts die Headspace-App aber auch auf Deutsch, soweit ich weiss mit einer weiblichen Stimme.


Meine Erfahrungen mit Headspace

Also zurück auf Anfang. Meinen ersten Anlauf habe ich im Januar/Februar 2016 genommen. Damals hatte mir zeitgleich mehrere Arbeitskollegen berichtet, dass sie Headspace nutzen und regelmässig meditieren. Als stets neugieriger Geist musste ich das natürlich sofort ausprobieren. Dabei habe ich folgendes über mich gelernt:

5 Minuten können ganz schön lang sein. Beim Einatmen und Ausatmen bis 10 zählen kann sich als Ding der Unmöglichkeit erweisen.Abends meditieren war schwierig. Ich bin jedes Mal aus dem Schlaf hochgeschreckt, wenn die Stimme am Ende sagte „… and now you can open your eyes“.


Ich weiss nicht genau wie, aber irgendwie hab ich es trotzdem geschafft, mit gewissen Unterbrechungen dranzubleiben. Meditieren lernen ist für mich vergleichbar mit Radfahren lernen in Zeiten, als es noch keine Laufräder gab: du steigst auf und kippst um, du schaffst drei Pedalumdrehungen und dann fällst du wieder auf den Hosenboden. Doch irgendwann läuft das und du kannst sogar freihändig im Stadtverkehr herumcruisen. Die Ausdauernden fahren womöglich Rennrad und die besonders Sportlichen steigen um aufs Downhill-Bike. Und genauso ist es beim Meditieren. Der Anfang kann zäh sein. Wer dran bleibt und den Einstieg überwindet, wird mit der Zeit jedoch sehr belohnt.


„Ich kann aber nicht nichts denken!“

So lautet der meistverbreitete Einwand, den ich höre. Good News - beim Meditieren gehts nicht darum, nichts zu denken. Es geht auch nicht darum, nicht mit den Gedanken abzuschweifen. Denn das lässt sich gar nicht verhindern. Es geht vielmehr darum, das Abschweifen der Gedanken zu bemerken und wieder ins Hier und Jetzt zurückzukommen. Gegebenenfalls 75x pro Minute. Mit Geduld und Gelassenheit. Und einer Prise Humor. Und ja, am Anfang wird sich dein Körper sträuben. Vielleicht sogar rebellieren. Aber das macht er auch, wenn du jetzt beschliesst, mindestens 3x die Woche Sport zu machen oder keinen Zucker mehr zu essen. So isser halt, der Körper.


Warum ich Headspace empfehle

Headspace ist zeitgemäss, esoterikfrei, unideologisch und übersichtlich. Man muss sich nicht im Lotus-Sitz die Beine verknoten, man muss kein Buddhist sein oder werden, und kann jederzeit mit Smartphone & Kopfhörern loslegen. Man muss nicht nach Erleuchtung streben, man kann sich einfach entspannen. Vor allem für Einsteiger ist die App toll, da Headspace die Hürden des Einstiegs sehr tief ansetzt. Da kann wirklich jede*r einen Zugang zur Meditation finden, ohne sich gleich den Herausforderungen der etablierten Zen-Meditationsgruppe stellen zu müssen. Inzwischen habe ich zu einer anderen Meditationspraxis gefunden. Aber ohne den Einstieg mit Headspace wäre ich heute nicht an dem Punkt, mich ohne Vorbehalte und nervöses Beinezucken auf eine einstündige Meditationssession und ähnliches einzulassen.

Es gibt natürlich auch andere Meditationsapps. Bekannte Alternativen sind die Apps 7Minds oder Insight Timer. Ausserhalb der Basisversionen liege die Kosten für den vollen Funktionsumfang bei allen Apps in etwa im ähnlichen Bereich.


Mehr über Andy Puddicombe

Wenn du mehr über den noch sehr interessanten Werdegang von Andy Puddicombe erfahren möchtest oder gerne die Geschichte hörst, wie es zu Headspace kam, dann empfehle ich dir die Folge „Andy Puddicombe: The Power of Meditation“ im Podcast von Lewis Howes „The School of Greatness - Hall of Fame“ (Upload vom 14. April 2019). Den Podcast von Lewis Howes solltest du mit der Such-Funktion in der Podcast-App deines Smartphones finden.


Ich würde mich freuen, wenn du jetzt Lust bekommen hast, es mit dem Meditieren auszuprobieren. Meine Empfehlung: Bleib mindestens 21 Tage dran. Triff die Entscheidung, mach es und stell deinen Beschluss nicht mehr in Frage. Egal, wie es sich anfühlt. Egal, was das Ego und der innere Schweinehund sagen (und die werden sich melden, oh ja…). Egal, wieviel Uhr es ist und wo du bist. Einfach machen. Und wenn es nur 3 oder 5 Minuten am Tag sind. Und wenn du 66 Tage durchhältst, dann steigt die Wahrscheinlichkeit enorm, dass du aufs Meditieren gar nicht mehr verzichten möchtest. Was es mit den 21 und 66 Tagen auf sich hat, schreibe ich sicher noch ein andermal.


Alles Liebe von

Karin



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